24. Oktober 2026
24. Oktober 2026
Im Quartier zwischen Lindenplatz und Bachgraben in Allschwil (BL) soll ein neuer ADEV-Wärmeverbund künftig rund 70 Öl- und Gasheizungen ersetzen. Die Wärmezentrale entsteht im ehemaligen Tankraum der Genossenschaftsüberbauung Metzgersmatte. Dieser wird derzeit unterirdisch erweitert.
Als Hauptwärmequelle des neuen Verbunds dient Grundwasser. Aus drei Brunnen beim Gartenbad Bachgraben wird es entnommen und in die Wärmezentrale geleitet. Dort entzieht ein Wärmetauscher dem Wasser Wärmeenergie und bringt sie auf ein höheres Temperaturniveau. Anschliessend wird das Wasser wieder in den Boden zurückgeführt. Nach umfangreichen Abklärungen hat das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) Basel-Landschaft in enger Koordination mit dem AUE Basel-Stadt die nötige Grundwasserkonzession erteilt. Damit können die Bauarbeiten im Lauf dieses Jahres beginnen. Geplant sind unter anderem die Sanierung der Brunnen sowie der Bau der Leitungen.
«Im Sommer sorgen die Wärmepumpen mit Wärme aus dem Grundwasser für das Warmwasser. Im Winter decken sie damit zusätzlich die Grundlast der Heizung», sagt Christian Huber, Projektleiter bei der ADEV. «Insgesamt wird diese Quelle rund die Hälfte der benötigten Wärme liefern.» Steigt der Wärmebedarf, schaltet sich in einer zweiten Stufe die Holzschnitzelheizung zu. Sie wird weitere rund 35 Prozent der Wärme bereitstellen. Auch die Abwärme aus der Schnitzelheizung wird genutzt: Dazu wird das Rauchgas zu den Wärmepumpen geleitet, die ihm Wärme entziehen und diese in Heizenergie umwandeln.
Zur Heizzentrale gehören zudem zwei Wärmespeicher mit je 70’000 Litern Wasser sowie ein Ölbrenner, der bei Spitzenlasten oder im Fall einer Störung der anderen Wärmeerzeuger einspringt. Im Endausbau soll die Anlage eine Wärmeleistung von 3100 Kilowatt erreichen.
Ausbau in zwei Etappen
Neben dem Bau der Heizzentrale plant die ADEV den Ausbau des Verteilnetzes. In einer ersten Etappe sollen noch in diesem Jahr die Überbauung Metzgersmatte mit 210 Wohnungen sowie die benachbarten Häuser angeschlossen werden. Erste Wärmelieferungen sind ab 2027 vorgesehen.
In den darauffolgenden Jahren soll der Wärmeverbund schrittweise erweitert werden. Parallel dazu führt die ADEV Gespräche mit weiteren potenziellen Kunden, holt Absichtserklärungen ein und schliesst zusätzliche Lieferverträge ab.