24. April 2026

«Atomkraftwerke gefährden die Versorgungssicherheit»

In einem Interview mit der Basellandschaftlichen Zeitung äussert sich Thomas Tribelhorn zur neu aufgeflammten Diskussion über die Kernenergie. In der Schweizer Politik laufen derzeit Bestrebungen, das geltende Neubauverbot von Atomkraftwerken aufzuheben. Der Geschäftsleiter der ADEV erklärt, weshalb dieses Ansinnen nicht nur unnötig ist, sondern auch die Energiewende gefährdet.

Seit der Bundesrat im August 2025 die Botschaft zum indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)» verabschiedet hat, ist in der Schweiz die Diskussion um die Atomkraft neu aufgeflammt. Die «Blackout-Initiative» unterminiert das Verbot für neue Atomkraftwerke.

Die Landesregierung lehnt die Volksinitiative zwar ab, will aber in ihrem Gegenvorschlag das Kernenergiegesetz so anpassen, dass neue Kernkraftwerke in der Schweiz wieder bewilligt werden können. In der Frühlingssession dieses Jahres ist der Ständerat dem Bundesrat gefolgt. Die Beratung im Nationalrat steht noch aus. 

Vor diesem Hintergrund veröffentlichte die Basellandschaftliche Zeitung am 9. April ein Interview mit Thomas Tribelhorn. Im Gespräch mit der bz äussert sich der Geschäftsleiter der ADEV mit klaren Worten zu den laufenden Bestrebungen in Bern. So sagte er, dass die Forderung, den Bau neuer Atomkraftwerke wieder zu ermöglichen, davon ablenkt, dass wir vor allem auf den Ausbau erneuerbarer Energien setzen müssen.

Es sei sinnlos, so Tribelhorn, jetzt darüber zu diskutieren, ob vielleicht in zehn oder 15 Jahren ein neues AKW gebaut wird. Bei den AKW der vierten Generation handele es sich um «Powerpoint-Reaktoren» – sie existieren erst auf Folien. Es gibt noch keine Prototypen, die belegen, dass deren Technologie funktioniert.

Der Geschäftsleiter der ADEV erinnert an die weiterhin ungelösten Sicherheits- und Entsorgungsprobleme. Ausserdem widerspricht er landläufigen Fehleinschätzungen und verweist insbesondere darauf, dass Atomkraftwerke keine Versorgungssicherheit garantieren, sondern eine grosse Herausforderung dafür darstellen. So argumentieren Befürworter gern, dass AKW im Winter grosse Mengen an Strom zuverlässig liefern. «Atomstrom ist eben nicht zuverlässig», sagt Tribelhorn, «was der Unterbruch in Gösgen von fast zehn Monaten exemplarisch zeigt.» Er betont zudem, dass AKW nicht flexibel gefahren werden können und daher im Sommer Photovoltaik-Anlagen abgeschaltet werden müssen, wenn ein Überangebot beim Strom herrsche. 

Das vollständige Interview lesen Sie im PDF unten oder hier online (Bezahlschranke).