10. August 2025
10. August 2025
In Rickenbach hat die ADEV eine neue Solaranlage auf dem Dach einer Logistikhalle realisiert. Zwei Merkmale machen das Projekt besonders.
Bei der Suche nach ungenutzten Hallendächern wurde die ADEV in Rickenbach (SO) fündig: Das 12'000 Quadratmeter grosse Dach der Zibatra Speditions AG, unter dem sich auch ein Verteilzentrum eines Grossisten befindet, bietet gute Voraussetzungen für eine Photovoltaikanlage. Die ADEV konnte mit der Eigentümerin einen Contracting-Vertrag über 30 Jahre abschliessen. Ende Mai ging die Anlage ans Netz. Der Eigenverbrauch vor Ort liegt voraussichtlich bei rund 35 Prozent.
Beitrag zur Netzstabilität
Die Anlage weist zwei Besonderheiten auf. Erstens: Ihre Peak-Leistung von 1,35 Megawatt übersteigt die Aufnahmekapazität des Netzanschlusspunkts, die auf rund 0,9 Megawatt begrenzt ist. Wie ADEV-Projektleiter Beat Greber erklärt, sorgen gezielte Massnahmen dafür, dass trotz dieser Begrenzung kaum Ertrag verloren geht. Gleichzeitig trägt das Anlagenkonzept aktiv zur Netzstabilität bei.
Durch die Ost-West-Ausrichtung der Module verteilt sich die Stromerzeugung gleichmässiger über den Tag als bei einer nach Süden ausgerichteten, aufgeständerten Anlage. «Abgeregelt wird nur dann, wenn die Produktion – abzüglich des Eigenverbrauchs vor Ort – die Kapazität des Netzanschlusses übersteigt», erklärt Beat Greber.
Gerade an wolkenfreien Sommertagen kommt es in einem zunehmend von Solarstrom geprägten Stromnetz immer öfter zu Überkapazitäten. In solchen Momenten trägt die Abregelung am Netzanschlusspunkt dazu bei, das Netz vor Überlastung zu schützen. Gleichzeitig konnte so auf den kostenintensiven Ausbau des Netzanschlusspunktes verzichtet werden.
Perspektivisch prüft die ADEV den Einsatz eines leistungsfähigen Batteriespeichers. Dieser könnte den Eigenverbrauch weiter steigern, etwa durch das Laden der Fahrzeugflotte der Spedition sowie der übrigen Mieterschaft vor Ort. In Zeiten geringer Solarproduktion wäre sogar eine Rückspeisung von Regelenergie aus der Batterie ins Netz denkbar.
Kein Wildwuchs unter den Modulen
Die zweite Besonderheit betrifft die Dachbegrünung: Die Anlage wurde auf einer bereits extensiv begrünten Fläche installiert. «Durch die Beschattung trocknet das Substrat weniger aus, was zusammen mit der Wärme unter den Modulen das Wachstum der Pflanzen fördert. Ohne Massnahmen würde die Anlage in kurzer Zeit überwuchert», sagt Beat Greber.
Um die Fläche unter den Modulen für Unterhaltsarbeiten gut zugänglich zu halten, wurde eine Unterkonstruktion ohne Aussenstützen gewählt. Sie ist so ausgerichtet, dass die höhere Seite der Module jeweils den Gehwegen zugewandt ist. In der Vertiefung zwischen den Modulreihen leitet ein Aluprofil das Regenwasser ab, was das Pflanzenwachstum unter den Modulen zusätzlich hemmt.
Auch statisch wurde das System optimiert: Die Unterkonstruktion aus Aluminium wurde mit dem vorhandenen Substrat beschwert. So konnte auf zusätzliche Ballastierung verzichtet werden, was auch die Tragfähigkeit des Daches überschritten hätte.