05. Juni 2026
05. Juni 2026
Die ADEV blickte an ihrer Generalversammlung auf ein ertragreiches Geschäftsjahr zurück: Die Gruppe erzielte ein neues Rekordergebnis mit einem Reingewinn von 1,7 Millionen Franken. An der Veranstaltung in Münchenstein wurden auch zwei neue Mitglieder in den Verwaltungsrat der ADEV Solarstrom AG gewählt. Der Gastredner Professor Volker Quaschning verglich die Energiewende mit der Mondlandung.
An ihrer 41. Generalversammlung (GV) am 5. Juni zog die ADEV eine positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres. Die genossenschaftlich geführte Gruppe mit Sitz in Liestal verzeichnet weiterhin eine wachsende Nachfrage nach ihren nachhaltigen Energiedienstleistungen. Auch wuchs die Basis der ADEV weiter an – sie verfügt nun insgesamt über rund 2300 Teilhabende.
«Zum fünften Mal in Folge schlossen 2025 sowohl die ADEV Energiegenossenschaft als auch die vier Tochtergesellschaften sowie unsere Elektroinstallationstochter Willy Gysin AG mit einem positiven Jahresergebnis ab», sagt Thomas Tribelhorn, Vorsitzender der Geschäftsleitung der ADEV Gruppe.
Mit einem konsolidierten Umsatz von 18,5 Millionen Franken (2024: 18,1 Mio.) und einem Reingewinn von 1,7 Millionen Franken (1,0 Mio.) erzielte die ADEV Gruppe ein Rekordergebnis. Den weitaus grössten Umsatzanteil machte der Energieverkauf mit 15,7 Millionen Franken (15,0 Mio.) aus. Auf dieser Grundlage kann die ADEV eine Dividende von 2,5 Prozent entrichten und das Genossenschaftskapital entsprechend verzinsen.
«Es wird komplexer»
Die GV fand wie in den Vorjahren im Restaurant Seegarten im Park im Grünen in Münchenstein statt. Rund 200 Aktionärinnen und Aktionäre sowie Genossenschafterinnen und Genossenschafter nahmen teil. Durch die Versammlung führte Verwaltungsratspräsident Timotheus Zehnder. Er gab dabei auch einen Einblick in den laufenden Strategieprozess.
Die aktuelle Entwicklung der erneuerbaren Energien verlangt nach Anpassungen im Unternehmen. «Wenn Strom- und Rückliefertarife sinken oder schwanken, wird Steuerbarkeit wertvoller als reine Produktion», sagte Zehnder. Daher geht es darum, neue Projekte stärker darauf auszurichten, Strom zeitlich richtig zu nutzen, zu speichern oder zu vermarkten.
Aus dem Verwaltungsrat der ADEV Solarstrom AG traten Rémy Chrétien sowie Lars Konersmann zurück. An seinem letzten Auftritt zeigte sich der scheidende Verwaltungsratspräsident Chrétien zufrieden mit der Entwicklung der letzten Jahre, betonte aber auch, dass die Herausforderungen in der Branche zunehmen. Einerseits werden grosse Dachflächen rarer, andererseits drohen in Spitzenzeiten Überkapazitäten, die zu Abregelungen führen könnten. «Es wird komplexer», bilanzierte Chrétien.
Als neue Präsidentin der ADEV Solarstrom AG wurde die Nationalrätin und bisherige Verwaltungsrätin Barbara Schaffner gewählt. Als neue Mitglieder wählten die Aktionärinnen und Aktionäre Léa Mariposa Herzig und Nick Bänninger. Léa Herzig ist eine Generalistin mit breitem Erfahrungsschatz im Energiebereich und Geschäftsleiterin der EP3 AG in Zürich. Nick Bänninger verfügt über eine Ausbildung in der Finanzwirtschaft und ist seit vielen Jahren Unternehmer in der Solarbranche.
«Machen wir die Welt enkelkindertauglich»
Das diesjährige Gastreferat hielt Volker Quaschning. Unter dem Titel «Auswege aus der Energie- und Klimakrise» sprach der Professor für Regenerative Energiesysteme über die Zukunft der Energieversorgung. Der Ingenieurwissenschaftler von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin betreibt einen Youtube-Kanal sowie einen Podcast und ist in ganz Europa ein anerkannter Experte.
An der Generalversammlung kritisierte Quaschning viele Entscheide der aktuellen Bundesregierung, richtete seinen Blick aber vor allem auf die Schweiz. Auch unser Land müsse die Energieversorgung konsequenter und schneller auf erneuerbare Energien umstellen. Noch immer stamme über die Hälfte aus Erdöl und Erdgas. Damit treibt die Schweiz die Klimakrise weiter an und bleibt abhängig von Importen, schwankenden Preisen und unsicheren Lieferketten. Den Ausweg sieht Quaschning in einem raschen Ausbau von Photovoltaik, Windenergie, Wärmepumpen und Elektromobilität.
Wasserstoff, E-Fuels und neue Atomkonzepte entlarvte Quaschning als Ablenkungsmanöver von Kreisen, die an überholten Technologien festhalten. Wasserstoff bezeichnete er als «Champagner der Energiewende». Dieser sei nur dort wirtschaftlich, wo es keine direkte elektrische Lösung gibt, beispielsweise in der Luftfahrt. «Champagner ist ein Genussmittel, kein Grundnahrungsmittel.»
Sein Fazit war deutlich: Um unsere Welt enkelkindertauglich zu machen, dürfen wir die Energiewende nicht länger zerreden. Vielmehr brauche es jetzt einen gemeinsamen Kraftakt, sagte er, und verglich die anstehende Aufgabe mit der Mondlandung: «Wir müssen mit Entschiedenheit und Begeisterung auf unser grosses Ziel, die nachhaltige Energiezukunft, hinarbeiten.»