17. Oktober 2024
17. Oktober 2024
Auf dem Dach der Reithalle Aarau nahm die ADEV ihre erste Solaranlage nach dem neuen Einmalvergütungssystem des Bundes für Anlagen ohne Eigenverbrauch in Betrieb. Ihr Ertrag wird zu 100 Prozent ins Netz eingespiesen.
Seit dem Jahr 2023 gibt es im Fördersystem des Bundes für Solaranlagen die neue Möglichkeit einer «hohen Einmalvergütung (HEIV)». Diese wurde speziell für Anlagen ohne Eigenverbrauch eingeführt und übernimmt bis zu 60 Prozent der Baukosten. Die Vergütungen werden mehrmals pro Jahr über Auktionen vergeben, bei denen die Kosten pro installiertem Kilowatt Leistung das entscheidende Kriterium sind.
Für die ADEV bot es sich an, ihre Erfahrung mit erfolgreichen Grossanlagen für die aktive Akquise zu nutzen. Yvonne Troxler als zuständige Projektentwicklerin machte sich deshalb auf die gezielte Suche nach Hallen und Gebäuden mit grossen Dächern, unter welchen kein oder nur sehr wenig Strom verbraucht wird.
Eine solche Halle betreibt der Reitverein Aarau am Stadtrand von Aarau. Die Pferdesportstätte wurde vor 15 Jahren als moderne und leichte Holzkonstruktion mit einem Betonelement neu gebaut. Der Kubus ist 82 auf 33 Meter gross und gut 9 Meter hoch. Da die Nutzung der Halle kaum Strom benötigt, war eine Solaranlage auf dem grossen Flachdach nie ein Thema.
Yvonne Troxler ging auf den Vorstand des Reitvereins zu und konnte ihn und später auch die Generalversammlung überzeugen, der ADEV das Hallendach zu vermieten, damit diese ein Solarprojekt realisieren kann. Das unternehmerische Risiko trägt dabei vollumfänglich die ADEV. Der Reitverein erhält über eine Nutzungsdauer von 30 Jahren einen Mietzins und hat ansonsten weder mit der Anlage noch mit dem produzierten Strom etwas zu tun. Yvonne Troxler ist zuversichtlich: «Wir haben umsichtig kalkuliert und rechnen mit potenziell tieferen Rückliefertarifen in Zukunft.»
Bautempo im Galopp
Nach dem Zuschlag für die Einmalvergütung konnte die ost-west-ausgerichtete 396-Kilowatt-Anlage in diesem Sommer gebaut werden. «Wir hatten nur ein sehr knappes Zeitfenster von fünf Wochen während den Sommerferien zur Verfügung. Sobald wieder Menschen und Tiere in der Halle sind, dürfen keine lärmigen Arbeiten mehr durchgeführt werden», sagt Yvonne Troxler.
Die beauftragte Firma arbeitete zum Glück zuverlässig und verlegte die 900 Module termingerecht. Vereinfachend kam hinzu, dass die Unterkonstruktion lediglich mit Betonelementen beschwert auf dem Kiesdach liegt. Alles in allem eine sehr leichte Konstruktion, denn das zusätzliche Gewicht auf dem Dach durfte aus statischen Gründen im Durchschnitt 13 Kilogramm pro Quadratmeter nicht übersteigen. Die Anlage geht voraussichtlich in diesen Tagen ans Netz.